„Mein Mann …“

Nach einer schweren Herzoperation 2007 bin ich im September 2008 in der Straßenbahn am Romanplatz mit ungeklärten Herzproblemen zusammengebrochen und im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder gelandet. Dort musste ich leider über zwei Wochen bleiben, so dass ich meinen 34. Geburtstag im Krankenhaus verbrachte. Doch das war nicht das Schlimmste, sondern ich wollte eigentlich zur Taufe meines Patenkindes Juliana an den Bodensee fahren. Ich selbst kann wegen meiner Herzerkrankung keine Kinder bekommen – was mich traurig gemacht hat. Mein Patenkind ist einer der wichtigsten und liebsten Menschen in meinem Leben.
Neben all dieser Ungewissheit im Krankenhaus kam dazu, dass mich meine Eltern wieder mal nicht besucht haben, sondern an München zur Taufe an den Bodensee vorbeigefahren sind – ohne zu halten und nach mir zu sehen!
Gott sei Dank habe ich eine liebe große Schwester, die auch in dieser Zeit bei mir war.
Und da gab es noch einen ganz lieben Freund, den ich in meinem Schmerz angerufen und gebeten hatte, ob er mich nicht noch einmal besuchen könne, da es mir so schlecht ging und ich so verletzt war. Für Wolfgang war es überhaupt kein Problem, und er sagte zu, am Nachmittag bei mir vorbeizukommen. Ich war so froh und freute mich auf seinen Besuch.

Nachmittags besuchte mich Wolfgang dann im Krankenzimmer. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als er da in schwarzem Anzug, blütenweißem Hemd und glänzenden Schuhen vor mir stand. Meine fragenden Blicke wurde dahingehend beantwortet, dass er eigentlich schon nachmittags auf eine Hochzeit am Starnberger See eingeladen war, dort aber wegen mir seine Ankunft auf abends verschoben hatte, da ich ihm wichtiger war.
Mir blieben die Worte im Hals stecken, ein dicker Kloß bildete sich, und ich merkte, dass kleine Tränen kullerten. Der Nachmittag mit ihm im Krankenhaus war sehr berührend, und ich habe mal nicht an meine Krankheit denken müssen,
Als ich mich von Wolfgang im Foyer des Krankenhauses verabschiedete, schloss er mich in seine Arme, und ich wusste genau ab diesem Zeitpunkt, das ist ”mein Mann“. Entweder dieser, oder ich bleibe den Rest meines Lebens alleine.
Es sollte noch bis zum März 2011 dauern, dass wir ein Paar wurden. Heute sind wir sehr glücklich und planen für 2015 unsere Hochzeit.
Auch wenn ”mein Mann“ mir die Frage der Fragen noch nicht wirklich gestellt hat, bin ich mir heute genauso wie damals sicher, dass diese bald kommen wird, und ich sehe ihn schon vor mir in seinem schwarzen Anzug, blütenweißem Hemd und wie immer mit super gut geputzten Schuhen …

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